Das Foto zeigt ein Meerschweinchen, das untersucht wirdRita_Kochmarjova / shutterstock.com

Krankheiten bei Meerschweinchen

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Obwohl Meerschweinchen als robuste Tiere gelten, gibt es einige Krankheiten, die gehäuft auftreten und die den Tieren mitunter schwer zu schaffen machen können.

Um Ihrem Tier umgehend zu helfen, sollten Sie in der Lage sein, die einzelnen Erkrankungen zu erkennen.

Die wichtigsten Anzeichen, dass mit Ihrem Meerschweinchen etwas nicht stimmt

  • Das Fressverhalten hat sich verändert – das Meerschweinchen frisst möglicherweise weniger oder überhaupt nicht mehr
  • Der Stuhlgang hat sich verändert – das Meerschweinchen hat möglicherweise Verstopfung oder Durchfall
  • Das Fell hat sich verändert – das Meerschweinchen leidet möglicherweise unter einem struppigen Fell oder unter Haarausfall
  • Das Meerschweinchen kratzt sich häufig – es leidet möglicherweise an Problemen mit der Haut, einem Parasitenbefall oder unter einem Juckreiz mit Schwellungen
Das Foto zeigt ein Meerschweinchen, das Paprika frisst
Meerschweinchen sollten immer Freude am Fressen haben
Brenda Bakker / shutterstock.com

Die häufigsten Erkrankungen beim Meerschweinchen

Erkrankungen des Magen und Darms

Magen- und Darmprobleme machen sich in der Regel dadurch bemerkbar, dass das Meerschweinchen Verdauungsprobleme hat. Diese können sich beispielsweise in Durchfall oder auch darin zeigen, dass das Tier keinen Kot mehr absetzen kann.

Häufig gehen Probleme im Bereich Magen und Darm auch damit einher, dass das Tier nicht mehr ausreichend oder überhaupt nicht mehr frisst. Dies ist immer ein ernstzunehmendes Alarmsignal, welches Sie veranlassen sollte, unverzüglich den Tierarzt aufzusuchen.

Häufige Ursachen für Magen-Darm-Probleme sind:

  • Zahnprobleme: Kontrollieren Sie die Zähne regelmäßig, um Zahnproblemen vorzubeugen.
  • Viruserkrankungen: Stellen Sie bei einem Tier eine Viruserkrankung fest, muss dieses unverzüglich separiert werden. Behalten Sie jedoch auch die übrigen Tiere im Auge, um herauszufinden, ob diese sich bereits angesteckt haben.
  • Schnelle Umstellung auf ein neues Futter: Wenn Sie neues Futter verwenden, stellen Sie dieses langsam um, sodass sich das Tier jeden Tag ein bisschen mehr an das neue Futter gewöhnen kann.
  • Falsche Ernährung: Sorgen Sie für eine artgerechte, nährstoffreiche Ernährung. Vor allem Rohfaser sollte in rauen Mengen auf dem täglichen Speiseplan der Nager stehen.
Zahnkontrolle beim Meerschweinchenchrisbrignell / shutterstock.com

Parasitenbefall

Meerschweinchen sind anfällig für einen Parasitenbefall. Vor allem Haarlinge und Milben kommen oft vor.

Leider erkennen Sie als Besitzer diesen Befall nicht immer auf den ersten Blick. Milben zum Beispiel sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Es bedarf einer mikroskopischen Untersuchung, um diese zu entdecken.

Doch Parasiten sorgen unter anderem für Probleme mit der Haut und können obendrein einen starken Juckreiz auslösen, der den Meeris zu schaffen macht. Durch das Kratzen verkrustet die Haut, was zu weiteren Problemen führen kann.

Häufige Ursachen für einen Parasitenbefall sind:

  • Verwendung verunreinigter Einstreu: Ist die Einstreu überlagert oder verunreinigt, können sich hier Parasiten einlagern. Verwenden Sie daher ausschließlich hochwertige, saubere Einstreu.
  • Mangelnde Hygiene im Gehege: Eine mangelnde Käfighygiene trägt dazu bei, dass sich Parasiten einnisten und auf die Meerschweinchen überspringen können. Entfernen Sie daher täglich alle Verunreinigungen und führen Sie in regelmäßigen Abständen eine Grundreinigung durch.
  • Übertragung der Tiere untereinander: Es ist möglich, dass sich die Tiere gegenseitig mit den Parasiten anstecken. Stellen Sie fest, dass ein Tier Parasiten hat, trennen Sie es unbedingt sofort von den anderen Tieren und desinfizieren Sie das Gehege. Einige Parasiten können zudem auf den Menschen überspringen.
  • Stress: Stress kann das Immunsystem der Tiere schwächen. Dies wiederum führt zu einer Anfälligkeit für Erkrankungen und den Befall mit Parasiten.
  • Falsche Ernährung: Da auch die falsche Ernährung das Immunsystem schwächen kann, sollten Sie darauf achten, Ihre Meerschweinchen stets artgerecht zu füttern.

Probleme mit der Haut

Das Foto zeigt eine kahle Stelle hinter dem Ohr eines MeerschweinchensGarna Zarina / shutterstock.com

Leider kommt es häufig vor, dass Meerschweinchen unter Pilzinfektionen leiden. Diese sind besonders tückisch, denn nicht jedes Meerschweinchen, welches den Träger in sich hat, erkrankt sichtbar. Auf diese Weise können sich die anderen Tiere schnell anstecken.

Ein Pilzbefall zeigt sich oft im Bereich des Kopfes, an den Ohren, an den Beinen und am Rücken, und zwar an Schorf-Stellen und fehlendem Fell. Außerdem kratzen sich die betroffenen Tiere stark, um den Juckreiz zu lindern.

Wichtig!

Pilzinfektionen sollten umgehend behandelt werden.

Außerdem ist das Gehege zu reinigen, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet. Da er auch auf den Menschen sowie auf andere Haustiere übergehen kann, gehen Sie bei der Beseitigung des Pilzes und bei der Behandlung Ihrer Meerschweinchen vorsichtig vor.

Das Foto zeigt ein Meerschweinchen das Klee frisst
Eine angemessene Fütterung ist wichtig
Lamberrto / shutterstock.com

Häufige Ursachen für pilzbedingte Hautprobleme sind:

  • Schlechte Ernährung: Auch ein Pilzbefall kann durch eine falsche Ernährung verursacht werden. Die Tiere benötigen alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge, um ein starkes Immunsystem zu erhalten. Nur dann ist das Meerschweinchen in der Lage, den Pilz abzuwehren.
  • Mangelnde Hygiene- und Haltungsbedingungen: Wird das Gehege nicht gut genug gereinigt oder werden zu viele Meerschweinchen auf engem Raum gehalten, kann es schnell zu einem Pilzbefall kommen, der sich rasend ausbreitet. Halten Sie das Gehege daher immer sauber und sorgen Sie für ausreichend Platz für alle Tiere.
  • Stress: Stress schwächt das Immunsystem. Es ist daher wichtig, dem Tier ein stressfreies Leben zu ermöglichen.
  • Klimatische Gründe: Pilze entstehen bei einem feucht-warmen Klima. Eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum sollte daher vermieden werden.
  • Ansteckung durch andere Tiere: Die Ansteckung durch andere Tiere geschieht leider oft. Hat sich eines der Meerschweinchen einen Pilz eingefangen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die anderen darunter leiden.

Doch die Ansteckung kann auch dann erfolgen, wenn ein neues Meerschweinchen in die Gruppe kommt, welches möglicherweise schon unter einem Pilzbefall leidet. Und auch die Übertragung von anderen Haustieren auf die Meerschweinchen ist möglich.

Unser Tipp!

Um all dies zu vermeiden, sollten Sie die Tiere regelmäßig untersuchen und neue Meerschweinchen erst einmal separieren.

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Atemwegserkrankungen

Meerschweinchen sind anfällig für Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen. Da sich die Tiere gegenseitig anstecken können, sollten Sie schnell handeln.

Häufige Ursachen für Atemwegserkrankungen:

  • Mangelnde Hygiene: Mangelnde Hygiene im Gehege schwächt das Immunsystem. Die Tiere sind hierdurch anfälliger für Krankheiten.
  • Schlechte Ernährung und Stress: Ernähren Sie Ihr Meerschweinchen stets gesund und vermeiden Sie Stress für das Tier. Andernfalls kann das Immunsystem belastet werden, sodass eine Erkrankung wahrscheinlicher ist.
  • Zugluft: Zugluft kann zu Erkrankungen der Atemwege führen. Das Gehege sollte daher an einem sicheren Platz untergebracht werden.
  • Ansteckung durch andere Tiere: Wenn Sie feststellen, dass eines der Meerschweinchen krank ist, sollte dieses umgehend von der Gruppe getrennt werden, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Harnsteine

Harnsteine, die sowohl in der Niere, als auch in der Blase und in Harnröhre oder Harnleiter liegen können, sind für die Meerschweinchen überaus unangenehm. Sie können nicht nur Schmerzen verursachen, sondern sind unter Umständen sogar lebensbedrohlich.

Wenn das Meerschweinchen beim Urinieren eine angestrengte, gekrümmte Haltung einnimmt oder wenn Sie Blut im Urin finden, ist dies ein Anzeichen für Harnsteine. Einige Meerschweinchen stoßen sogar Schmerzlaute aus.

Häufige Ursachen für Harnsteine sind:

  • Mangelhafte Ernährung: Nur, wenn Sie Ihre Meerschweinchen artgerecht und ausgewogen ernähren, können die Nährstoffe im Körper optimal arbeiten und eine Übersäuerung, die zu den Steinen führen kann, vermeiden.
  • „falsches“ Wasser: Verwenden Sie Wasser mit einem geringen Anteil an Kalzium und achten Sie darauf, regelmäßiges frisches Wasser anzubieten.
  • Mangelnde Hygiene: Ein verunreinigter Käfig oder nasse Einstreu können zu Harnsteinen führen. Gehen Sie daher bei der Reinigung des Geheges gewissenhaft vor.
  • Nasses Fell am Hintern: Nasses Fell am Hintern kann ebenfalls dazu beitragen, dass sich Harnsteine bilden. Bei Meerschweinchen mit langem Fell kann es sich daher lohnen, das Fell am Hinterteil kurz zu halten.

Erkrankungen der Eierstöcke und Gebärmutter

Zysten an den Eierstöcken, Krebs und Entzündungen an der Gebärmutter treten bei den Weibchen häufig auf.

Wenn der Tierarzt eine derartige Erkrankung feststellt, muss eine sofortige Behandlung erfolgen. Es kann unter anderem die Notwendigkeit zur Entfernung der Eierstöcke bestehen.

Mit dem Meerschweinchen zum Tierarztfetrinka / shutterstock.com

Wie Sie erkennen, dass Ihr Meerschweinchen Schmerzen hat

Haben Meerschweinchen Schmerzen, stoßen sie schrille, laute Töne aus. Sie pfeifen und quietschen. Auch bei Angst können Sie diese Laute vernehmen.

Achtung!

Wichtig ist, dass Sie diese Töne nicht mit der Futter-Bettelei verwechseln.

Hat eines der Meerschweinchen Schmerzen, können Sie in der Regel die folgenden Dinge beobachten:

  • lautes, schrilles Quietschen
  • das Meeri zieht sich von den anderen zurück
  • es wird möglicherweise aggressiv, weil es seine Ruhe braucht
  • es frisst weniger oder überhaupt nichts mehr

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