Ridgeback Meerschweinchen

schnell zahm, kompakt, kontaktfreudig, treu, zutraulich

Das Foto zeigt ein Ridgeback Meerschweinchen

Steckbrief: Ridgeback Meerschweinchen

Eigenschaften

schnell zahm, kompakt, kontaktfreudig, treu, zutraulich, kräftig

Anfängerfreundlich?

Ja

Im Freien haltbar?

Ja

Lebenserwartung

5 bis 8 Jahre

Preis

ab ca. 50 Euro

Besonderheiten

intelligent und lernwillig; hier verstehen sich alle untereinander, egal ob Weibchen oder Männchen

Art

Kurzhaar

Fell

glatt, Rückenkamm, fein

Fellpflegeaufwand

gering

Fellpflege-Tipp

nur bei starker Verschmutzung muss man mit einer weichen Bürste nachhelfen

Hinweis

Ridgeback Meerschweinchen sind in Deutschland noch recht selten. Im kurzen Fell stellt sich ein markanter Rückenkamm auf, der den Tieren ihren Namen gab.

Struppiges MeerschweinchenLenny.cz / shutterstock.com

Herkunft

Das ersten Mal werden Ridgeback Meeries 1928 erwähnt. Der amerikanische Evolutionsgenetiker S. Wright berichtete damals in seiner Arbeit über die Rasse- und Farbgenetik bei Meerschweinchen über sie.

Ridgebacks entstanden demnach schon früh in der Meeriezucht als Mutation von glatthaarigen Tieren.
Der genaue genetische Hintergrund ist noch nicht endgültig geklärt. Deshalb gelten Ridgeback Meerschweinchen in den meisten Ländern als Mischlinge ohne eigenen Rassestandard.

Seit 1995 werden die Tiere in England nach einem vorläufigen Standard gezüchtet. In Deutschland und den anderen europäischen Ländern wurde das Ridgeback für einen eigenen Standard vorgeschlagen.

Das Foto zeigt ein Ridgeback Meerschwein

Aussehen und besondere Merkmale

  • Größe: 15 bis 20 cm
  • Gewicht: 500 bis 1200 g
  • Lebenserwartung: 5 bis 8 Jahre
  • Farbschläge: Die meisten Ridgebacks sind braun, rot oder schwarz in verschiedenen Aufhellungstönen.
Ridgeback Meerschweinchen SteckbriefEric Isselee / shutterstock.com

Die Schweinchen ähneln in ihrem Körperbau stark den Glatthaarmeeries. Ihr Körper ist gut bemuskelt und wirkt durch die abgerundete Hinterhand gedrungen. Auf kräftigen Beinchen wuseln die Tierchen flink umher. Das Gesicht hat einen charmanten Ausdruck. Die schicke Irokesenfrisur entsteht durch den Rückenkamm.

Ihr Fell ist glatt und fein, es erreicht eine maximale Länge von 2,5 cm. Auf dem Rücken, entlang der Wirbelsäule, steht es als Kamm aufrecht. Unter den Züchtern ist es erwünscht, dass dieser Kamm zwischen den Ohren beginnt und ohne Unterbrechung bis zu den Hüften läuft. In der Schultergegend soll er mit 2,5 cm am höchsten sein. In Richtung Hinterhand wird er niedriger.

Der Kamm entsteht, weil das Fell in diesem Bereich gegen den Strich wächst. Das ist ungefähr so, als würden Sie Ihr Meerie gegen den Strich kämmen. (Was Sie auf keinen Fall tun sollten!) Wobei sich das falsch gekämmte Fell nach einer Weile wieder hinlegt. Das Fell im Ridgeback ist so gewachsen und bleibt von selbst stehen.

Das Foto zeigt ein Ridgeback

Unterbrechungen im Kamm werden nicht gern gesehen. Er soll sich in einer Linie aufrecht stehend über den Körper ziehen.

Die Ausprägung des Kammes ist individuell verschieden. Bei manchen Tieren ist er nur auf dem Rücken zu sehen und fehlt auf der Schulter komplett. Ebenso kann die Höhe variieren. Von lang bis kaum zu sehen, ist alles möglich.

Interessant

Tiere mit einem starken Kamm haben oft auch an den Füßen umgedreht wachsendes Fell. Teilweise nur auf den Vorderfüßen, ist der Faktor sehr hoch, sind die Hinterfüße ebenfalls betroffen.

Ridgebacks haben keine Wirbel. Außerhalb ihres „Markenzeichens“ entspricht ihr Fell dem von Glatthaarmeerschweinchen.

Charakteristisches Verhalten

Die kleinen Nager gewöhnen sich schnell an ihr neues Zuhause und ihren Pfleger. Mit ein wenig Geduld und gutem Zureden werden sie bald zutraulich und nehmen kleine Leckereien von Ihrer Hand.

In ihrem Gehege sollte es ausreichend Spielzeug und Klettermöglichkeiten geben. Die Kerlchen sind äußerst aktiv. Sie können das Spielzeug von Zeit zu Zeit wechseln, das bringt Abwechslung. Tägliche Ausflüge in die Wohnung oder auf den Balkon sind essenziell und dürfen nicht zu kurz ausfallen.

Ihre Hausgenossen freuen sich dabei besonders über kleine Hindernisse oder neue Spiele. Hindernisse haben Sie aus Papprollen, Brettchen, Ästen, Schachteln oder Plastikflaschen schnell selbst gebastelt. Es genügt schon ein Karton, gefüllt mit trockenem Herbstlaub. Darin können Ihre Nager stundenlang stöbern und wühlen.

Schweinchen mit Blättern und Zweigen

Beschäftigen Sie sich viel mit ihnen, sie sind intelligent und lernwillig. Ihre Nager können lernen, auf Zuruf zu kommen oder in ihr Gehege zu gehen. Das ist praktisch, wenn die munteren Fellknäule mal wieder unauffindbar verschwunden sind. Dabei hatten Sie sie nur für einen Sekundenbruchteil aus den Augen gelassen.

Ridgebacks gelten unter Meeries als besonders sozial. Ein Leben als Einzelgänger ist für sie nicht vorstellbar. Schaffen Sie sich am besten gleich mindestens zwei, besser drei oder mehr von den kleinen Schweinchen an. Sie werden es Ihnen mit ihrem fröhlichen Wesen, Zufriedenheit und Gesundheit danken.

Bei anderen Rassen kann es vorkommen, dass sich Männchen untereinander nicht gut vertragen. Das passiert bei Ridgeback Meerschweinchen nicht. Hier ist es egal, ob die Gruppe nur aus Weibchen oder nur aus Männchen besteht. Hier verstehen sich alle gut miteinander. Gemischte Gruppen sind ebenfalls möglich und kommen der Natur am nächsten.

Möchten Sie keinen Nachwuchs, lassen Sie die Männchen kastrieren.

Eignung für Anfänger

Die Tiere sind gut für Einsteiger in die Meerschweinchenhaltung geeignet.

Pflege

Um ihr Fell kümmern sich die Nager selbst. Bürsten oder Kämmen ist nicht notwendig. Es sei denn, einer Ihrer kleinen Freunde hat sich stark verschmutzt. Dann helfen Sie ihm vorsichtig mit einer weichen Bürste.

Freilandhaltung möglich?

Aufgrund des kurzen, unempfindlichen Fells können sie problemlos draußen leben. Ein großes Freigehege kommt dem enormen Bewegungsdrang der Kerlchen entgegen.

Haben Ihre Schweinchen ein kuscheliges, warmes Häuschen, können sie auch im Winter draußen sein.

Wärmflasche für Meeries

Interessante Infos zum Ridgeback Meerschweinchen

Der Name Ridgeback ist englisch und setzt sich aus ridge = Grad/Rippe und back für Rücken zusammen. Aus den Ridgeback Meerschweinchen entstanden die Rassen der Rosetten und wahrscheinlich der Peruaner. Die genauen genetischen Zusammenhänge sind noch nicht erforscht. Es steht fest, dass die Kammbildung die Grundlage für die Bildung von Rosetten ist.

Der Mutationsfaktor, der zur Bildung des Kammes führt, ist dominant. Es muss ihn lediglich eines der Elterntiere (einmal) haben, damit der Nachwuchs Ridgeback sein kann. Das Problem hierbei ist das kann. Fast alle Zuchttiere sind mischerbig, sie haben ein Ridgeback Gen und ein normales Gen. Nur wenn sie das Ridgeback Gen weitergeben, sind die Nachkommen Ridgeback. Werden zwei mischerbige Elterntiere verpaart, fallen oft keine oder nur wenige Ridgeback Nachkommen.

Die Züchter stehen vor der großen Aufgabe, Zuchtstämme aus reinerbigen Tieren aufzubauen. Leider ist es den Tieren nicht anzusehen, ob sie reinerbig oder mischerbig sind. Es ist noch ein weiter Weg, bis das Ridgeback Meerschweinchen eine eigenständige Rasse werden kann.

Kamm entwickelt sich erst

Der Kamm muss sich erst entwickeln. Bei den Babys ist oft ein Ansatz zu sehen. Erst wenn die Schweinchen ausgewachsen sind, ist ihr Kamm vollständig entwickelt.

Fazit

Wer Hausgenossen sucht, die schnell zahm werden, freundlich und pflegeleicht sind, der sollte Ridgebacks in die engere Wahl aufnehmen. Dazu punkten die „Irokesen“ mit einem exotischen Aussehen.

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